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„A day at the Proms“ 2018

Beim vierten Gemeinschaftskonzert der Stadtkapelle Saarbrücken und der Bergkapelle St. Ingbert ließ sich das Publikum am 13. Mai 2018 in Ekstase versetzen. Begeistert wurden Fähnchen geschwenkt und Lieder mitgesungen.

"A day at the Proms" 2018 (Foto: Jean M. Laffitau)

"A day at the Proms" 2018 (Foto: Jean M. Laffitau)

„Episch, magisch und very British – Helden und Humor“, so lautete das Motto des vierten gemeinsamen Promenadenkonzertes der Stadtkapelle Saarbrücken und der Bergkapelle St. Ingbert.

Die Stadtkapelle Saarbrücken eröffnete das dreistündige Programm mit Richard R. Bennetts Komposition zur ersten Verfilmung des Krimiklassikers „Mord im Orientexpress“ und der Filmmusik zu „Harry Potter“ von John Williams. Unterstützt wurde der akustische Genuss visuell durch stimmungsvolle Bilder zum jeweiligen Thema, die auf der großen Bühnenleinwand gezeigt wurden. Mit Filmmusik präsentierte sich im Anschluss auch die Bergkapelle St. Ingbert, ehe die beiden Klangkörper sich nach der Pause zu einem imposanten Klangkörper vereinigten und das Publikum mit erstaunlich präzisen und nuancenreichen Interpretationen verzauberten. Dass die zwei Kapellen so hervorragend harmonieren, kommt nicht von ungefähr, stehen sie doch beide unter der Leitung von Matthias Weißenauer, der das Konzert dirigierte.

"A day at the Proms" 2018 (Foto: Jean M. Laffitau)

Dirigent Matthias Weißenauer (Foto: Jean M. Laffitau)

Abschied von Nicholas Milton

Für den „Oxford Street March“ allerdings überließ Weißenauer das Dirigentenpult dem scheidenden Generalmusikdirektor des SST, Nicholas Milton, der es sich in den vergangenen Jahren nicht hatte nehmen lassen, die Probenarbeit und Aufführungen von „A Day at the Proms“ mit großem Enthusiasmus zu unterstützten. Ein letztes Mal nun dirigierte er die Stadtkapelle Saarbrücken und die Bergkapelle St. Ingbert und zückte dazu den neuen Taktstock, den Matthias Weißenauer und seine Orchestermitglieder Milton zum Abschied geschenkt hatten.

Eine kräftige Brise britischer Humor

Vier preisgekrönte „Stars der klassischen Musik“ kündigte eine Stimme aus dem Off nach der Pause mit salbungsvollen Worten an. In der Tat erwiesen sich die drei Damen und der Herr, die unter tosendem Applaus die Solistenplätze einnahmen, als virtuose Meister auf ihren Instrumenten: Staubsaugern und Bodenpolierer. Britischer Humor in seiner schönsten musikalischen Form: „A grand grand Ouverture“ von Malcolm Arnold, eine Persiflage auf die traditionelle, oftmals pathetische Konzertouvertüre des 19. Jahrhunderts.

Fortgesetzt wurde das Spiel mit Klischees mit „Cartoon“ von Paul Hart, einer „Musik zu einem Zeichentrickfilm, der nicht existiert“. Hier rief Moderatorin Monica Becker die Zuhörer dazu auf, die Augen zu schließen und das „Kopfkino“ anzuwerfen, und tatsächlich stellten sich zu den stereotypen Rhythmen und Melodien, wie man sie aus Zeichentrickfilmen tausendfach kennt, Bilder von spannungsreichen Momenten, wilden Verfolgungsjagden und dramatischen Zuspitzungen ein.

"A day at the Proms" 2018 (Foto: Jean M. Laffitau)

"A day at the Proms" 2018 (Foto: Jean M. Laffitau)

Mitmachen statt stillsitzen!

Ganz im Zeichen der Londoner „Last Night of the Proms“ stand das große Finale des Promenadenkonzertes. Von Edward Elgars „Pomp and Circumstance“ über Hubert Parrys „Jerusalem“ bis zur „Rule Britannia“ – keiner der Klassiker fehlte. Das Finale wurde durch den Chor „Canticum Novum“ unter der Leitung von Markus Schaubel am Klavier stimmgewaltig unterstützt. Spätestens in diesem Teil des Konzertes feierte das Publikum temperamentvoll mit. Nachdem bei der „Fantasia on British Sea Songs“ auf der Leinwand in witzigen Regieanweisungen zu lesen war, wann gepfiffen, gesummt, geweint oder gehupt werden sollte, ließen es sich die Fans nicht nehmen, auch bei den übrigen Stücken mitzusingen und ihre Fähnchen zu schwenken.

Professionell, aber nicht kommerziell – diese Mischung machte „A Day at the Proms“ erneut so charmant. Ob Moderation, Programmheftgestaltung oder die Zeichnungen für die Leinwandprojektionen – unter den Musikern gibt es für jede Aufgabe das passende Talent.

„Klasse, wunderbar, ich bin  begeistert“, so eine Konzertbesucherin, die bis dahin eigentlich kein Fan sinfonischer Blasmusik war. Auch ihre Begleiterin lobte das Konzert in höchsten Tönen: „Ich habe Gänsehaut bekommen. Es macht einfach Spaß, die Musiker in Aktion zu sehen.“ Für Jonas (11), der selbst Trompete lernt, steht fest: „Da will ich später auch mitspielen!“

Doppeltes Jubiläum: „A day at the Proms“ am 4. Mai 2019

Viele der Zuhörer werden auch im nächsten Jahr dabei sein, wenn „A day at the Proms“ am 4. Mai 2019 wieder im Staatstheater auf dem Programm steht. Zwei Jubiläen werden dann mit einem ganz besonderen Programm gefeiert: 60 Jahre Stadtkapelle und 180 Jahre Bergkapelle St. Ingbert. Unter dem Motto „Queen trifft Queen“ versprechen die beiden Orchester, verstärkt durch Popsänger, eine Rockband und einen 150-köpfigen Jugendchor ein spektakuläres Musikerlebnis.   

"A day at the Proms" 2018 (Foto: Jean M. Laffitau)

"A day at the Proms" 2018 (Foto: Jean M. Laffitau)